Eine österreichische Datengeschichte

WTF passierte 1971?

Der Dollar verlor seine Goldbindung. Der Schilling löste sich vom Dollar. Und Österreich begann eine Reise, die sich in Geld, Arbeit, Wohnen und Bevölkerung bis heute ablesen lässt.

Der große Vergleich

Tariflöhne vs. BIP vs. BIP pro Kopf

Seit 1971 stiegen reale Tariflöhne um 77 Prozent, das reale BIP um 200 Prozent und das reale BIP pro Kopf um 145 Prozent.

Real, Index 1971 = 100 · Quellen: STATISTIK AUSTRIA und Weltbank

Zu den Daten ↓

15.–23. August 1971

Das alte Währungssystem endet.

Am 15. August beendeten die USA die Goldkonvertibilität des Dollars. Acht Tage später stellte die OeNB den Schilling auf einen Korb wichtiger Handelswährungen um. 1976 entstand daraus de facto die Bindung an die Deutsche Mark.

Wichtig: Die rote 1971-Linie ist ein zeitlicher Bezugspunkt, kein Kausalitätsbeweis. Ölkrisen, EU-Beitritt, Globalisierung, Technologie, Politik und viele individuelle Entscheidungen prägen diese Kurven ebenfalls.

2,45×reales BIP pro Kopf, 1971–2025
+11,8Jahre Lebenserwartung, 1971–2024
−88%Säuglingssterblichkeit, 1971–2024

Geld & Arbeit

Tariflöhne schlugen die Inflation.

Seit 1971 stieg der österreichische Verbraucherpreisindex um 479 Prozent. Der Tariflohnindex stieg um 924 Prozent – kollektivvertragliche Mindestlöhne gewannen damit real rund 77 Prozent.

Index 1971 = 100 · Quelle: STATISTIK AUSTRIA

Wohlstand

Die Wirtschaftsleistung pro Kopf wurde 2,45-mal so groß.

Das reale BIP pro Kopf wuchs stark, aber nicht gleichmäßig. Ölkrisen, Finanzkrise, Pandemie und die jüngste Rezession sind als deutliche Knicke sichtbar.

Konstante US-Dollar von 2015, auf 1971 = 100 normiert · Quelle: Weltbank

Wohnen

Seit 2000 liefen Immobilien den Preisen davon.

Österreichische Wohnimmobilien verteuerten sich bis 2025 um 167 Prozent. Die allgemeinen Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum um 86 Prozent.

Index 2000 = 100 · Quellen: OeNB und STATISTIK AUSTRIA

Familie

Aus 2,20 Kindern pro Frau wurden 1,31.

Die Gesamtfertilitätsrate fiel nach dem Babyboom rasch und liegt seit Mitte der 1970er unter dem Bestandserhaltungsniveau von ungefähr 2,1.

Gesamtfertilitätsrate · Quelle: STATISTIK AUSTRIA

Alter

Die Alterspyramide drehte sich um.

1971 waren 24,3 Prozent der Bevölkerung unter 15 und 14,2 Prozent mindestens 65. 2024 waren es 14,3 beziehungsweise 20,0 Prozent.

Anteil an der Bevölkerung · Quelle: STATISTIK AUSTRIA

Gesundheit

Fast zwölf zusätzliche Lebensjahre.

Die Lebenserwartung bei Geburt stieg von 70,3 Jahren im Jahr 1971 auf 82,1 Jahre 2024.

Unisex-Wert · Quelle: STATISTIK AUSTRIA

Gesundheit

Ein stiller medizinischer Triumph.

1971 starben 26,1 von 1.000 Lebendgeborenen im ersten Lebensjahr. 2024 waren es 3,1 – ein Rückgang um 88 Prozent.

Sterbefälle im ersten Lebensjahr je 1.000 Lebendgeborene · Quelle: STATISTIK AUSTRIA